Friesische Blätter

No. 4 von 2001

Meldungen und Kommentare

Meldungen und Kommentare zu vermischen muss kein Fehler sein!

Der Duden ist nur der Duden

Seit 1901 ist die Rechtschreibung amtlich geregelt. Trotzdem hat es der Duden geschafft, die amtlichen Regeln faktisch durch eigene zu ersetzen und zu ergänzen und zur Grundlage praktisch aller Rechtschreibentscheidungen - auch in Schulen - zu werden. Der Autor zeigt, wie dem Duden dies gelang und wie wenig er seinem Anspruch verbindlich zu sein genügte. Ausführlich geht er auch auf die gegenwärtige Missachtung der amtlichen Regeln durch die Duden-Redaktion ein. - Der Duden und die Rechtschreibung: Es wäre ein Skandal, wenn es nicht so langweilig wäre.

Klone sind auch Menschen

Im Sommer 1999 wurde bekannt, daß Forscher bereits erste Erfolge beim Klonieren von Menschen hatten. Der Embryo wurde zwar nach cirka zwei Wochen zerstört, weil die Wissenschaftler starke öffentliche Proteste befürchteten, doch früher oder später wird ein geklonter Mensch geboren werden, ob uns das nun paßt oder nicht. Müssen wir dann tatsächlich mit der Umwertung aller Werte rechnen? Der Autor argumentiert, daß dem nicht so sei und daß die Vorstellung eines geklonten Menschen weit weniger furchterregend sei als allgemein angenommen.

Eine ideologiekritische Betrachtung des Mittelschichtfeminismus

F. Asmus entlarvt den Feminismus der 90er Jahre als geschlechtsunspezifisches Verhalten akademisch gebildeter Mittelschichtangehöriger, die ihre Berufschancen zu verbessern suchen, indem sie weithin akzeptierte und vernünftige Grundsätze den eigenen Interessen zu opfern versuchen und damit letztlich auch denen schaden, die am meisten benachteiligt sind.

Die Schuldenkrise der 3. Welt

Eines der Weltuntergangsszenarien der 80er Jahre bezog sich auf die Überschuldung vieler Staaten der 3. Welt. Verschiedentlich äußerte man damals die Befürchtung, die Zahlungsunfähigkeit mehrerer großer Schuldnerstaaten würde Insolvenzen großer Banken nach sich ziehen und könne so zu einer Wirtschaftskrise unüberschaubaren Ausmaßes führen. Diese Darstellungen waren maßlos übertrieben, aber für viele Staaten der 3. Welt war und ist die Überschuldung ein großes Problem. Lesen Sie, wie dieses Problem entstand, was getan wurde um es zu lösen und was wir - besonders in Hinsicht auf Entwicklungspolitik - haben lernen können.

Kohlendioxid ist nicht Ursache sondern Symptom

Seit Jahren bemühen sich hochrangige Klimaforscher herauszufinden, wie wir Menschen die mittlere Temperatur der Erde erhöhen können, denn wärmeres Klima bedeutet längere Wachstumsperioden und niedrigere Heizkosten, ist also gut für Menschen, Tiere und Pflanzen. Der Autor dämpft die weit verbreitete Hoffnung, die Erde mit Hilfe erhöhten Kohlendioxyausstoßes erwärmen zu können. Jedoch legen seine Berechnungen nahe, uns stünde genug Energie zur Verfügung, um flächendeckend Heizkörper in ausreichendem Umfang zu betreiben.

Moderne Mythen I: Das Waldsterben

Unter den gesammelten Dummheiten unseres Volkes finden sich nicht nur Mythen von krebserregendem Süßstoff, von Schokolade, die gut für die Ent Gehirns sei, von Spinat, der besonders viel Eisen enthalte, und von Fleisch, das sich in Cola auf"löst, sondern auch die Überzeugung, daß den Wäldern Europas der baldige Tod durch starken Eintrag von Umweltgiften droht. Seit ca. 1980 lesen und glauben viele Menschen die entsprechenden Hiobsbotschaften der Tagespresse, so daß die Politik Mittel für umfangreiche Forschungen bereitstellte. Inzwischen sind mehr als fünfzehn Jahre vergangen, und w müssen heute die Waldsterbenhypothese als falsifiziert ansehen. Doch wie üblich erwerben sich Korrekturen von Irrtümern nur langsam den Status allgemeiner Meinung.

Christliche Ökonomie

Offensichtlich nicht ganz auf dem neuesten Stand theologischer Dogmatik, kämpft der Autor gegen eine Vorstellung von Verteilungsgerechtigkeit, die zwar ebenso verbreitet wie irrig ist, doch nicht, wie er nahelegt, offizielle Meinung der christlichen Kirchen.

Piratenschreibung

Unser beliebter Vielschreiber Hans-Dietrich Jensen hat auch die Systematik der deutschen Orthografie eingehend studiert und macht nun einen höchst eigenwilligen Vorschlag, wie Texte an Lesbarkeit gewinnen könnten.

Friesische Blätter