Rassendiskrimierung bald beendet?

Michael Binder

In vielen Staaten unserer Erde sind Menschen wegen ihrer Hautfarbe benachteiligt. Nicht nur in Südafrika haben Menschen mit schwarzer Hautfarbe deutlich schlechtere Lebenschancen als Weiße, auch in den Vereinigten Staaten, einem zweifellos in vieler Hinsicht sehr fortschrittlichen Land, müssen Menschen unter ihrer Hautfarbe leiden. Nicht wenige junge Farbige, jedenfalls signifikant mehr als ihrer weißen Altersgenossen werden Opfer von Gewaltverbrechen.

Als zivilisierte Menschen, die wir Weißen sind, fühlen wir uns natürlich verpflichtet gegen diese Mißstände einzuschreiten. Doch lange Zeit waren unsere redlichen Bemühungen, dem Übel abzuhelfen, erfolglos, obwohl wir die Ursache des Problems schon lange kennen.

Nachdem schon früh von einigen Seiten die Vermutung geäußert wurde, Schwarze unterschieden sich von Weißen eigentlich nur durch die Hautfarbe, machten sich entschlossene Physiologen und Pathologen an die Arbeit um diese These zu falsifizieren - was mißlang. Schließlich mußten die Wissenschaftler zugeben, daß - abgesehen von der Hautfarbe - die Unterschiede zwischen dunkelhäutigen und blassen Menschen unbedeutend sind.

Gewisse politische Kräfte, die sich selbst fortschrittlich nennen, sahen sich durch diese Ergebnisse bestätigt und forderten ihre Regierungen auf, zu handeln. Richtigerweise wies man diese Forderungen zurück, da es sich hier offensichtlich nicht um ein politisches, sondern ein physilogisches Problem handelt.

Umso mehr fühlten sich Wissenschaftler aller Disziplinen gefordert. Seitdem fehlte es nicht an gutgemeinten und auch aufsehenerregenden Versuchen, den Kreis der stimmberechtigten Bürger um unsere farbigen Brüder zu vergrößern. Versuche mit besonders haftfähigen Farben standen am Anfang der Bemühungen. Doch leider erwies sich dieser Ansatz als zu oberflächlich. Zwar konnte man bezüglich der optischen Eigenschaften vielversprechende erste Erfolge erzielen, aber es gelang niemals auch nur annähernd, Material mit der nötigen Haltbarkeit bereitzustellen. Besonders unter den Bedingungen der Plantagenbewirtschaftung trat unser Problem schnell wieder zutage. Auch Hautübertragungen konnten nicht den gewünschten Erfolg bringen - zumal schon die dazu nötige weiße Haut kaum zu beschaffen war. Versuche mit Häuten verschiedener anderer Wirbeltiere scheiterten kläglich.

Die Liste fruchtloser Bemühungen ließe sich endlos fortsetzen. Aber sie sind wohl nur noch für Historiker von Interesse, zumal jetzt endlich der Durchbruch gelang. In einem aus Spenden finanzierten Institut für Humangenetik gelang es dem Biologen Dr. Gordon Marcowicz eine Gentherapie zu entwickeln, die innerhalb von wenigen Wochen aus einer schwarzen Haut eine weiße macht. Wenn man sich vor Augen führt, wie viele Probleme diese Therapie lösen wird, kann man kaum daran zweifeln, daß das mindestens einen Nobelpreis wert ist - vielleicht sogar noch zusätzlich den für Physiologie.

Damit aber nicht genug: Dr. Marcowicz kündigte für die nächsten Jahre die Lösung eines weiteren großen Problems an. Wir dürfen hoffen, daß bald auch die Diskriminierung der weiblichen Mitmenschen ein Ende haben wird.


Friesische Blätter