Treibgase sind auch für die Regierung ein ProblemDer Leiter der Enquete-Kommission "Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre", Bernd Schmidbauer (CDU), stellte zu Beginn einer öffentlichen Anhörung in am 27. April in Bonn fest, daß der Ausstoß von FCKW um mindestens 85 Prozent gesenkt werden müsse, um die Ozonschicht wenigstens in ihrer heutigen Form zu erhalten. Professor Dr. Brasseur aus Brüssel gab an, daß der Ozongehalt der Stratosphäre nachweisbar seit 1979 sinke. Sein Kollege, Professor Dr. Isaksen fügte hinzu, daß sich das Ozonloch über der Anarktis ständig vergrößere. Insgesamt waren die Prognosen düster: Sämtliche Modellrechnungen der letzten 15 Jahre hätten das Ausmaß der Schäden stark unterschätzt. Schwere Schäden an der Ozonschicht erwarten die Wissenschaftler selbst dann, wenn in Kürze weltweit auf Fluorchlorkohlenwasserstoffe verzichtet würde. Besonders beunruhigende Nachrichten hatte Professor Dr. Döhler vom Botanischen Institut Frankfurt: Nach seinen Aussagen ist das Plankton, ein überaus wichtiger Bestandteil der Nahrungskette im Meer, bereits bei einer Verringerung des Ozons um fünf bis sieben Prozent durch die daraus resultierende Zunahme der UV-Strahlung stark gefährdet. (Dadurch würden die Fischbestände drastisch reduziert und das Meer anfälliger für Verschmutzungen.) Nach Meinung weiterer Experten sind auch Kulturpflanzen erheblich gefährdet. Einer Zunahme von Hautkrebs bei Menschen sei durch verminderten Aufenthalt im Freien zu begegnen. |