Wörtlich genommen: SinnstiftungDer Sinnverlust der heutigen Zeit ist unübersehbar geworden. Daher hat sich eine Gruppe edler Persönlichkeiten, die ungenannt bleiben möchten, gefunden und die Stiftung "Sinn und Zeit" oder kürzer "Sinnstiftung" ins Leben gerufen. Der Grundstock, den die Stifter in die Sinnstiftung eingebracht haben, umfaßt über einhundert Erklärungen zu den Grundfragen unserer Zeit. Die Stiftung sendet diese Erklärungen auf Anfrage jedem zum Selbstkostenpreis zu, um den Menschen so das positive Verhältnis zu ihrem Staat, ihrer Vergangenheit, ihrer Gesellschaft und ihrer Zukunft wiederzugeben. Ein Beispiel zur Notwendigkeit der Sinnstiftung: Die Vergangenheit ist in der öffentlichen Diskussion inzwischen zur Altlast geworden. Daher ist eine der vordringlichsten Aufgaben die Entsorgung der Vergangenheit. Ziel der Sinnstiftung ist also, daß sich niemand mehr um die Vergangenheit oder vielmehr um deren Bewältigung sorgen muß; die Sinnstiftung besorgt die Bewältigung der Vergangenheit und die Beseitigung der Rückstände. Ein weiteres Beispiel: Jährlich verhungern fünfzig Millionen Menschen. Die Leichen füllen einen Würfel von 151 Metern Kantenlänge, Auf die Bundesrepublik umgerechnet bedeutet dies, daß die Bevölkerung in 14 Monaten ausgestorben wäre. Man kann also mit Recht von Völkermord sprechen. Der zweite Weltkrieg forderte in den sieben Jahren seiner Dauer ebensoviel Menschenleben, wie der weltweite Hunger in jedem Jahr. Eingedenk dieser Verhältnisse liegt die Notwendigkeit einer Sinnstiftung auf der Hand. Wer wäre denn fähig, sich den Sinn dieser Zustände zu erklären? Die Sinnstiftung aber hält über hundert Erklärungen für eben diese Probleme bereit. Auch die weltweite Rüstung, die trotz aller Bemühungen jährlich 6 Prozent des weltweiterbrachten Bruttosozialprodukts verschlingt, harrt einer sinnstiftenden Erklärung. Schließlich sitzt - rein rechnerisch - jeder Mensch, jeder der fünf Milliarden Menschen auf drei Tonnen TNT. Drei Tonnen TNT reichen aus, nicht nur den darauf sitzenden Menschen in die Luft sondern auch ein gehöriges Loch in den darunter liegenden Boden zu sprengen. Der Sinn der Sinnstiftung aberliegt in ihrem Zweck, Dieser heiligt bekanntlich die Mittel. Ihre Mittel sind Ihre bereitgestellten Erklärungen. Wer also sinnstiftend erklärt, verfolgt einen Zweck, denn wer nur um der Erklärung willen erklärt, also nur aufklären will, stiftet nicht Sinn, sondern nur Verwirrung. Und auch dieses merkwürdige Phänomen muß einen Sinn haben. |