Ozonloch hat verheerende Folgen

Regierungen untätig

Die Folgen der durch FCKW (Flourchlorkohlenwasserstoffe) verursachten Ausdünnung der Ozonschicht werden viel verheerender sein, als bisher bekannt war.

Die Regierungen der wichtigsten Staaten haben bereits einsehen müssen, das die Lage Ernst und schnelles Handeln erforderlich ist (in den USA wurde die Verwendung von FCKW in Spraydosen bereits 1976 untersagt).

Aus diesem Grunde wurden bereits mehrere internationale Konferenzen einberufen, zuletzt im Mai dieses Jahres in Helsinki (Folgekonferenz des internationalen Abkommens von Montreal zum Schutz der Ozonschicht).

Aber bisher konnten sich die Regierungen nicht zu einem generellen Verbot durchringen. Sie beschränkten sich auch in Helsinki auf Empfehlungen.

GREENPEACE fordert Sie auf, den Kampf gegen FCKW und andere naturzerstörende Stoffe zu unterstützen. Schreiben Sie Ihrem Bundestags abgeordneten. Schreiben Sie der Hoechst AG, Postfach 80 03 20, 6230 Frankfurt 80. Schreiben Sie der Kali-Chemie. Postfach 220. 3000 Hannover 1. Fordern Sie den sofortigen Verzicht auf alle FCKW und eine Unterstützung der dritten Welt in ihren Bemühungen diese Stoffe ebenfalls zu vermeiden.

Verwenden Sie keine Produkte, in denen FCKW enthalten sind. Neben einigen Spraydosen sind dies auch Plastikgeschirr, chemische Kleiderreinigung, und Schaumstoffprodukte. Verlangen Sie von Ihrer Kommune eine fachgerechte Entsorgung alter Kühlschränke.

Was ist Ozon?

Ozon ist eine Verbindung von drei Sauerstoffatomen, die chemisch instabil und für Menschen giftig ist. In den oberen Schichten der Atmosphäre, ganz grob etwa in 10 km Höhe, sind die Temperaturen und die Druckverhältnisse für Ozon günstig. Der dort vorkommende Sauerstoff kann sich relativ leicht zu Ozon verbinden ohne sofort wieder zu zerfallen.

Die in die Atmosphäre einfallenden Sonnenstrahlen passieren auf ihrem Weg zur Erdoberfläche die Ozonschicht und ein Anteil besonderer Bestandteile des Lichts wird hier absorbiert, indem die Energie bei der Umwandlung von zwei Ozon-Molekülen in drei Molekülen molekularen Sauerstoffes "verbraucht" wird. So sinkt der Ozongehalt der Atmosphäre den ganzen Tag über, erreicht abends seinen Tiefpunkt und steigt bis zum Morgen wieder an, denn jetzt bildet sich aus dem molekularen Sauerstoff neues Ozon.

Dieses empfindliche Gleichgewicht wird durch FCKW-Moleküle massiv gestört: FCKW beschleunigen den Zerfall des Ozons ganz erheblich, so daß der durchschnittliche Ozongehalt inzwischen deutlich und in Zukunft drastisch sinkt.

Wenn die 'besonderen' Bestandteile des Lichts (z.B. UV-Strahlen), von denen oben die Rede ist. "ungefiltert" die Erdoberfläche erreichen bedeutet das: man kriegt schneller einen Sonnenbrand, aber auch schneller Hautkrebs und die grünen Pflanzen werden mehr oder weniger stark beeinträchtigt. Den Gärtnern unter den Lesern ist sicher bekannt, das viele Pflanzen das direkte Sonnenlicht nicht vertragen. Vielleicht werden demnächstsehr viel mehr Pflanzenarten Schatten benötigen. Sollte es soweit kommen, sind die Folgen unübersehbar, denn noch sind Pflanzen für uns Menschen unverzichtbar.

Was sind FCKW?

Die Flourchlorkohlenwasserstoffe sind chemisch überaus stabil und auch deshalb für den Menschen ungiftig. Sie sind hervorragend geeignet (eben wegen der Stabilität), unter hohem Druck und großer Hitze eingesetzt zu werden. Man verwendet sie als Treibmittel in Spraydosen, als Lösungsmittel, als Kühlmittel. usw.

Was tun FCKW?

Doch weil dieses Stoffe so stabil sind, werden sie eben nicht sofort abgebaut. Sie steigen "unbehelligt" in die höheren Schichten der Atmosphäre auf und katalysieren dort die Spaltung von Ozon in molekularen Sauerstoff (genaugenommen hat das Chloratom, das sich beizeiten abspaltet, diese Wirkung).

Unter günstigen Bedingungen, wie sie z.B. im antarktischen Winter über dem Südpol herrschen, vernichtet ein FCKW-Molekül etwa 10 000 Ozon-Moleküle.

Darum ist über der Antarktis ein `Ozonloch'. Aber auch über der Arktis wurde bereits eine eindeutige Ausdünnung der Ozonschicht festgestellt.

Aber die Löcher über den Polen betreffen nicht nur Pinguine und Eskimos. Das in der Atmosphäre vorhandene Ozon verteilt sich gleichmäßig. es "fließt" in die Löcher. Und somit wird auch die Ozonschicht über uns immer dünner. Da ein FCKW-Molekül in der Regel sehr lange braucht. bis es die Ozonschicht erreicht, sind die meisten in der Atmosphäre befindlichen FCKW-Moleküle noch in den unteren Schichten der Atmosphäre. Also wird die Belastung der Ozonschicht in der Zukunft (ca. 20 Jahre) selbst dann zunehmen, wenn der Verbrauch heute vollständig eingestellt würde. Aber natürlich wird der Verbrauch noch lange nicht eingestellt.

Was tun?

Machen Sie sich wegen der schlechten Prognosen der Klimaforscher nur keine unnötigen Sorgen. Wissenschaftler neigen naturgemäß zu Übertreibungen und Fortschrittsfeindlichkeit.


Friesische Blätter