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Rektor Howe: Prof. Kuropka ist "sogar bereit, die Institution zu zerstören"

Nach einem Bericht der Nordwest-Zeitung vom 27. Juli 1998 bemängelt Prof. Kuropka, die Einführung der neuen Studiengänge Gerontologie, Umweltwissenschaften und Ökologie sei finanziell wie personell zu Lasten traditioneller Bereiche der Lehre in Vechta erfolgt. Dadurch werde eine gute Betreuung der Studierenden erschwert und die Konkurrenzfähigkeit der Hochschule geschmälert. Der Hochschulrat verhindere eine offene Diskussion der Betroffenen über diese Problematik und vertrete die Interessen der Hochschule gegenüber dem Land "nicht mit dem gebotenen Druckã, kritisiert der Dekan des Fachbereichs Geisteswissenschaften.

Daraufhin erklärt Rektor Howe im gleichen Artikel, Kuropka erweise sich als "Feind des Konkordats": Der "Fundamentalist Kuropka" als "ausgewiesenes Mitglied des rechten klerikalen Flügels der CDU" wolle "den bildungspolitischen Erfolg" der Landesregierung im von Wählern der Union dominierten Oldenburger Münsterland torpedieren, mutmaßt der Rektor. Und dafür sei dieser "sogar bereit, die Institution zu zerstören". (NWZ vom 27. Juli 1998)

Mit Schreiben vom 15. September 1998 beschwert sich Prof. Kuropka beim Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Thomas Oppermann: "Mit keinem Wort habe ich Herrn Howe persönlich angegriffen. Abgesehen davon, dass es eine etwas merkwürdige Logik ist, mich zum Feind des Konkordats zu erklären und gleichzeitig zu behaupten, ich sei ein Klerikaler , bin ich über solche Beleidigungen aus dem Mund des Rektors, der für die Hochschule und deren Angehörige einzutreten hat, tief betroffen. Ich erwarte auch von einem Rektor, der anderer Meinung ist als Mitglieder der Hochschule, dass er, wenn schon nicht aus Höflichkeit und Anstand, so doch aus Gründen der Fürsorgepflicht von persönlichen Beschimpfungen von Mitgliedern der Hochschule in der Öffentlichkeit Abstand nimmt.

Ich bin sicher, dass Sie, sehr geehrter Herr Minister, diese Meinung teilen und möchte Sie bitten, Herrn Howe darauf hinweisen zu lassen, dass er solche Ausfälle aus den genannten Gründen unterläßt, nicht zuletzt auch, weil er der Hochschule in der Öffentlichkeit Schaden zufügt."

Eine Antwort kam mit Schreiben vom 18. November 1998. Das Schreiben begann mit einer Rüge, dass der falsche Briefkopf verwendet worden sei. Aber: Die Herren Autoren hatten nicht richtig hingeschaut! Der Briefkopf war völlig in Ordnung! Die Stellungnahme zur Sache lautete: "Das Ministerium sieht seine Aufgabe darin, durch eine konsequente Erfüllung der eingegangenen konkordatären Verpflichtungen günstige Rahmenbedingungen für eine sachliche Diskussion der unterschiedlichen Auffassungen innerhalb der Hochschule zu schaffen. Außerdem wird von hier aus des öfteren an die Hochschulangehörigen appelliert, ihren Beitrag zu den Bemühungen der Landesregierung zur Sicherung und zum Ausbau der Hochschule Vechta zu leisten.

Der Rektor der Hochschule Vechta ist ebenfalls gebeten worden, sein Amt - allen Widerständen zum Trotz - in diesem Sinne auszuüben."

Mit Schreiben vom 30. November 1998 beschwert sich Prof. Kuropka erneut: "Ich bitte hiermit ausdrücklich um den Schutz meines Dienstherrn gegenüber solchen Beleidigungen, die strafrechtliche Tatbestände erfüllen. Dies wiegt um so schwerer, als ich - wie ausgeführt - mit keinem Wort Herrn Howe persönlich angegriffen, sondern lediglich die Meinung geäußert habe, dass die Lehramtsstudiengänge und die weiteren ursprünglich existierenden Studiengänge an unserer Hochschule zuwenig gepflegt würden.

Ich möchte Sie um eine Rückäußerung dazu bitten, inwieweit Sie die genannten Taten und Worte des Rektors billigen, ob Sie diese zu rügen gedenken, Herrn Howe zu einer öffentlichen Entschuldigung veranlassen werden und auf welche Weise ich erwarten kann, in Zukunft ... geschützt zu werden."

Antwort des Ministeriums am 16. Dezember 1998: "Zu dem von Ihnen gerügten Verhalten des Rektors der Hochschule habe ich mich mit meinem Schreiben vom 6. September hinreichend deutlich geäußert."

Wirklich?


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1999-07-26