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Rektor Howe arrangiert Kündigungen unter Mithilfe der Frauenbeauftragten und der Vorsitzenden des Personalrats

Im Jahre 1995 wird eine hauptamtliche Leiterin der Pressestelle auf Probe bestellt. Da sie nicht vorbehaltlos bereit ist, ausschließlich "Hofberichterstattung" zu verfertigen, wird sie beauftragt, den Forschungsbericht der Hochschule in allerkürzester Zeit zu erstellen. Das ist für sie nur aufgrund von Tag- und Nachtarbeit und mit Hilfe Dritter möglich. Obwohl sie diese Arbeit dennoch rechtzeitig und zufriedenstellend abliefert (der Forschungsbericht 1995 liegt gedruckt vor), droht Howe ihr mehrfach mündlich die Kündigung an. Außerdem verhindert er, dass Gespräche mit ihm entgegen ihrem ausdrücklichen Wunsch unter Zeugen stattfinden.

Die Kündigung erfolgt bald schriftlich. Die Leiterin der Pressestelle wendet sich nun hilfe- und ratsuchend an die damalige Frauenbeauftragte und Prorektorin, Frau Prof. Dr. Gudrun Schulz. In einem vertraulichen Gespräch stellt sich heraus, dass das Kündigungsschreiben unwirksam ist, weil ihm die erforderliche Zustimmung der Frauenbeauftragten fehlt. Frau Schulz nimmt ihre Fürsorgepflicht für die Mitarbeiterin so genau, dass sie den Rektor über diesen Fehler informiert, so dass dieser eine zweite, nunmehr korrekte Kündigung nachschieben kann. Die Umstände, unter denen das zweite Kündigungsschreiben zugestellt wurde, haben große Aufmerksamkeit erregt und wurden sogar in der regionalen Presse berichtet.

Auf Veranlassung von Rektor Howe tauchten der Prorektor Prof. Ralle, die Vorsitzende des Personalrates, Frau Baumgart, und die Frauenbeauftragte der MTV-Gruppe, Frau Klein (ISPA), an der Privatwohnung der Leiterin der Pressestelle im Nachbarort Lohne auf. Zur Verwunderung der Nachbarn stapften die seltsamen Botschafter durch den Garten, um festzustellen, dass die "Gesuchte" nicht zu Hause sei. Per Handy wurde Rektor Howe über den Stand der Aktion auf dem laufenden gehalten. Dieser hat das zweifelhafte Verdienst, einen in der Geschichte der Gewerkschaften und des Kündigungsschutzes wohl einmaligen Vorgang zuwege gebracht zu haben. Denn wer schafft es schon, eine Personalratsvorsitzende zum Überbringer von Kündigungen umzufunktionieren?


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1999-07-26